Wissen über Bipolare Störungen

Wie verlaufen Bipolare Störungen?

Der Verlauf der Bipolaren Störung hängt von zahlreichen Faktoren ab, wie dem Schweregrad der Krankheit, dem Alter bei Erstmanifestation, komorbiden Zuständen, Häufigkeit der Episoden, Zyklusmuster und dem möglichen Vorliegen von Rapid Cycling. Auch gibt es beträchtliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Formen Bipolarer Störung, also z. B. zwischen Bipolar-I- und Bipolar-II-Störung. Wichtig ist zu verstehen, dass die Prognose ganz wesentlich von Ihrer Bereitschaft zur Behandlung abhängt. Bitte sehen Sie hierzu auch „Wie stehen meine Chancen auf Heilung?“ und „die zehn wichtigsten Heilungsfaktoren“. Hier ein paar Fakten zum Verlauf Bipolarer Störungen:

Verlaufsmuster Bipolarer Störung

  • In Bezug auf die Bipolar-I-Störung treten bei mehr als 90% der Betroffenen mehrere Episoden auf. Die Manie macht im Durchschnitt nur 10% bis 20% der Krankheitsphasen aus, deutlich überwiegend sind in aller Regel die depressiven Phasen. Unbehandelt treten in den ersten zehn Jahren nach Diagnosestellung durchschnittlich vier Episoden auf. Im Mittel kommt es zu acht Krankheitsphasen. Bei 60% bis 70% treten unmittelbar vor oder nach der manischen Episode depressive Episoden auf. Bei 90% der Betroffenen gehen die Symptome zu Beginn der Erkrankung zwischen den Phasen vollständig zurück. Im weiteren Verlauf kann die Anzahl der Episoden zunehmen, 30% bis 50% der Zeit befinden sich Betroffene in depressiven und 10% in manischen Phasen. Außerhalb der Episoden können bei einem Teil der Betroffenen (20% bis 50%) auch Restsymptome auftreten, v. a. Stimmungslabilität, leicht depressive Stimmungen und intellektuelle Einschränkungen (wie z. B. Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen). Die Bipolar-I-Störung geht häufig mit anderen psychischen und körperlichen Krankheiten einher. Das Risiko für Substanzmissbrauch, Angststörungen und Psychosen ist erhöht. Das Suizidrisiko ist um das 20-fache erhöht und ist noch höher, wenn eine komorbide Suchtstörung vorliegt.
  • Zyklothymien gehen in 15% bis 50% der Fälle in eine Bipolar-I oder Bipolar-II-Erkrankung über. Wegen des frühen Beginns besteht im Krankheitsverlauf die Gefahr der Entwicklung erheblicher sozialer und beruflicher Defizite, wenn eine umfangreiche Rehabilitation nicht gelingt.
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