Wissen über Bipolare Störungen

Wie kann ich meinen Suchtmittelkonsum beenden?

Die genauen Ursachen für den hohen Konsum von Drogen und/oder illegalen Drogen bei Menschen mit einer bipolaren Erkrankung ist nicht ausreichend geklärt. Allerdings existieren einige Fakten, die einen Zusammenhang beschreiben:

  • Die meisten Betroffenen beginnen den Alkohol- bzw. Drogenkonsum oft schon vor dem ersten Auftreten einer depressiven oder manischen Phase, häufig als Reaktion auf deren erste Anzeichen: In einer beginnenden Depression um z. B. mit Ängsten und Minderwertigkeitsgefühlen umgehen zu können, in einer beginnenden Manie aus euphorischer Stimmung heraus oder um sich zu beruhigen.
  • Die „Selbstmedikationshypothese“: Ungefähr zwei Drittel der Betroffenen mit zusätzlicher Abhängigkeit berichten, dass sie Alkohol und/oder Drogen zur Linderung der unliebsamen Symptome der Erkrankung bei deren Fortschreiten einnehmen.
  • Fortgesetzter Alkohol- und/oder Drogenkonsum nach Ausbruch der Erkrankung führt dazu, dass der Betroffene kaum eine Chance auf dauerhafte Heilung bzw. Gesundung hat. Kurzfristig mögen Alkohol oder Cannabis lindernd wirken und entspannen, langfristig kann der Konsum jedoch deutliche Auswirkungen mit sich bringen. Mehr Phasen, mehr Krankenhausaufenthalte und eine verminderte Lebensqualität sind oft die Folge. Eine aufrechterhaltene Alkohol- oder Drogenproblematik (Drogenmissbrauch, -abhängigkeit) bringt einen deutlich schlechteren Verlauf mit sich, dies zeigt sich oft auch im sozialen Bereich der Betroffenen.

Die oben genannten Ausführungen sollen verdeutlichen, dass jemand mit einer Bipolaren Störung besonders verletzlich und empfindlich für die Wirkungen von Alkohol und Drogen ist. So sehr dies mit positiven (oft kurzfristigen) Erfahrungen wie Entspannung oder innere Ruhe einhergeht, so sehr muss auf die eindeutig bessere Prognose bei Beendigung des Alkohol- oder Drogenkonsums hingewiesen werden.

Falls bei Ihnen eine zusätzliche Suchterkrankung diagnostiziert wurde, ist es ratsam, dass Sie sich dieses Problems so schnell wie möglich annehmen!

Ohne Suchtmittel zurechtzukommen, ist allerdings nicht einfach.Es gibt zwei wesentliche Hindernisse:

  1. Viele Menschen mit Bipolarer Störung haben zunächst keinerlei Motivation, ohne Drogen bzw. Alkohol zu leben.
  2. Viele Betroffene gehen zudem davon aus, dass Sie Ihr Suchtproblem ohne weiteres selbst in den Griff bekommen.

Hier ein paar Tipps, wie Sie trotzdem klar kommen können:

  • Nehmen Sie Hilfe an. Gehen Sie davon aus, dass Sie mit Hilfe eine höhere Chance auf Suchtabstinenz haben als ohne.
  • Erkundigen Sie sich nach suchttherapeutischen Möglichkeiten und beginnen Sie eine Suchttherapie. Fragen Sie nach speziellen Suchttherapien für Menschen mit Bipolarer Störung und Sucht. Zumeist handelt es sich dabei um eine Verhaltenstherapie in Einzel- oder Gruppenform.
  • Versuchen Sie, mit dem Therapeuten Gründe für Ihre spezielle Empfänglichkeit für Drogen und/oder Alkohol zu erarbeiten. Das Verstehen dieser Zusammenhänge erleichtert es Ihnen, abstinent zu leben.
  • Gehen Sie davon aus, dass Sie langfristige Hilfe benötigen werden . Lassen Sie sich von Rückfällen, und seien sie auch noch so schwer, nicht entmutigen. Wenn Sie an dem Problem arbeiten, werden Sie es auf jeden Fall irgendwann schaffen, auf Suchtmittel zu verzichten.
  • Schreiben Sie auf, was für und was gegen den Drogenkonsum, bzw. für und gegen eine Abstinenz, spricht und suchen Sie sich einen Therapeuten, mit dem Sie Ihre Argumente besprechen können.
    Besuchen Sie Selbsthilfegruppen. Dort können Sie emotionale Entlastung und Unterstützung auf dem Weg zur Abstinenz oder zum Erhalt der Abstinenz bekommen.
  • Besuchen Sie Selbsthilfegruppen. Dort bekommen Sie emotionale Entlastung und Unterstützung auf dem Weg zur Abstinenz oder zum Erhalt der Abstinenz.
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