Wissen über Psychosen

Was bedeutet eine zusätzliche psychische Störung?

Bei vielen Menschen mit einer Psychose bestehen neben der Psychose auch noch andere psychische Probleme. Dazu gehören unter anderem ein zusätzlicher Suchtmittelkonsum – vor allem von Cannabis oder Alkohol – , eine zusätzliche depressive Störung oder eine zusätzliche Angsterkrankung – vor allem die soziale Phobie (gleichbedeutend mit Sozialangst) oder die Panikstörung. Wichtig ist, dass eine unbehandelte psychische Störung zu einer Verschlechterung des Verlaufs der Psychose führen kann. Dementsprechend ist es wichtig, wenn Sie z. B. unter depressiven Stimmungsveränderungen, starker Ängstlichkeit oder einer Suchtstörung leiden, dies mit Ihrem behandelnden Therapeuten oder Arzt zu besprechen und gemeinsam nach Lösungen bzw. möglichen Therapien zu suchen.

Möglicherweise sind diese zusätzlichen Probleme aber auch nicht ganz unabhängig: So kann eine depressive Verstimmung zugleich Folge der Psychose sein und zu ihrer Entstehung beitragen. Depressionen und Zwangshandlungen können kurzfristig wie Schutzmechanismen wirken, um nicht psychotisch zu werden, langfristig aber den Verlauf verschlechtern. Und der Konsum von Alkohol oder Drogen kann anfangs der Beruhigung dienen (Selbstmedikation), auf Dauer aber genau die persönlichen und sozialen Ressourcen blockieren, die man benötigt, um in einer ernsthaften Lebenskrise nicht psychotisch zu werden.

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