Wissen über Psychosen

Welche Formen (Diagnosen) gibt es?

Jede Erfahrung von Psychose ist verschieden. Eine Erfahrung mit einem diagnostischen Etikett zu versehen, ist nicht immer hilfreich. Zur besseren Behandlungsplanung ist es aber von Seiten der Behandler notwendig, verschiedene Arten von Psychosen zu unterscheiden. Diese Typen orientieren sich an der Ursache, an den vorwiegenden Symptomen und an der Dauer der Symptome. Klar ist aber, dass es Übergänge bzw. Überlappungen zwischen diesen “Kategorien” gibt. Trotz aller Vorbehalte gegen Diagnosen ist es hilfreich, sich mit einigen dieser Diagnosetypen gut auszukennen. Nur so kann man selbst reflektieren, ob die Diagnose mit den eigenen Erfahrungen übereinstimmt.

Diagnose nach ICD-10* Definition
Akute vorübergehende psychotische Störung
(F23)

Psychotische Symptome treten dabei zumeist plötzlich und häufig als Reaktion auf einen großen persönlichen Stress auf, z. B. den Tod eines nahen Angehörigen oder ein anderes schweres Trauma. Die Symptome sind häufig sehr schwer, jedoch tritt bei den meisten Betroffenen eine schnelle Genesung ein.

Schizophrenieforme Störung
(F23.2)

Es gelten dieselben Kriterien wie bei der Schizophrenie, nur dass Veränderungen des Verhaltens und Symptome weniger als sechs Monate bestehen.

Schizophrenie
(F20)

Beschreibt eine psychotische Störung, bei der Veränderungen des Verhaltens und Symptome über mindestens sechs Monate kontinuierlich bestehen. Die Symptome und die Dauer der Erkrankung sind individuell sehr unterschiedlich. Im Gegensatz zu früheren Annahmen leben viele Betroffene ein glückliches und erfülltes Leben und viele erreichen eine vollkommene Genesung.

Anhaltende wahnhafte Störung
(F22)

Das überwiegende Problem bei diesem Typ der Psychose ist eine ausgeprägte wahnhafte Symptomatik. Andere Symptome treten nur sporadisch und in milderer Form auf.

Schizoaffektive Störung
(F25)

Es gelten dieselben Kriterien wie bei der Schizophrenie, nur dass gleichzeitig Stimmungsveränderungen wie Manie und/oder Depression vorliegen. Im Vergleich zur Bipolaren Störungen treten schizophrene Symptome auch außerhalb von manischen und depressiven Phasen auf.

Undifferenzierte psychotische Störung
(F29)
Keine der oben genannten Diagnosen passt zum klinischen Bild.

* ICD-10: 10. Auflage der Internationalen Klassifikation psychischer Störungen. Klinisch-diagnostische Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation. Störungen aus dem schizophrenen Formenkreis (F2).

 

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