Bedeutung des Trialogs

Selbsthilfe

Autor: R., bipolarerfahren

Das Selbsthilfekonzept sieht immer den ganzen Menschen und seine Geschichte – all das eingebettet in ein Netz sozialer Beziehungen. Jeder Mensch braucht Aufgaben, jeder Mensch möchte in seinem Tun von anderen wertgeschätzt werden.

Selbsthilfegruppen befassen sich vor allem mit folgenden
Aufgaben und Themen:

  • „Chemie-Baukasten“: Die Medikation ist einDauerthema der Erkrankten, einschließlich der oft erheblichen Nebenwirkungen – vielleicht entgegen der Erwartung der Ärzte. Menschen in Psychosen oder mit Manie und Depression beobachten sich kritisch abwartend unter den Medikament und verhalten sich mehr oder weniger kooperativ („compliant“). Grundsatz sollte sein: Medikamenteinnahme nur ändern in Zusammenarbeit mit Therapeuten, nicht allein. Doch müssen die umgekehrt auch bereit sein, auf Augenhöhe zu kooperieren.
  • Beziehungen: Es geht um die Beziehung u Partnern, zur Familie (Groß-, Rest-, Ursprungs- und Wahlfamilie) und auch zu Freunden, Bekannten und Unterstützern. Soziale Fähigkeiten gilt es wieder aufzugreifen. zu verbessern oder neu wieder aufzubauen.
  • Folgen mildern: Ausgehend vom ganzen Menschen und seiner Geschichte, wird nach Bewältigungsstrategien gesucht, die für den Einzelnen und seine soziale Situation passend sind.
  • Integration des Erlebten: Die eigenen Erfahrungen zu verstehen und aufzuarbeiten, sie einzubeziehen in ein verändertes Lebenskonzept, ist ein wichtiger Bestandteil der „Arbeit an sich selbst“. Dazu kann auch das Verarbeiten von Verletzungen und Traumata gehören. Hier gibt es einen fließenden Übergang zwischen Selbsthilfe und Psychotherapie.
  • Weiterentwicklung: Hier geht es um das Stärken und Nachreifen der persönlichen Eigenheiten, darum, die Identität wiederzuerlangen und soziale Fähigkeiten weiterzuentwickeln.
  • Perspektiven: Für Menschen mit Manie und Depression müssen in Bezug auf die Arbeit, auf das Lebensmanagement, bei Rentenfragen usw. neue Wege gefunden werden.
Zum Seitenanfang