Therapie von Bipolaren Störungen

Wie wichtig ist es, die Medikamente regelmäßig einzunehmen?

bildMedikamente sollen Ihr Befinden nicht nur verbessern, sondern Ihr Wohlbefinden auch aufrechterhalten. Das bedeutet, dass Sie das Medikament auch dann noch einnehmen müssen, wenn Sie sich besser fühlen. Die Vorstellung, für einen langen Zeitraum ein oder mehrere Medikamente einnehmen zu müssen, löst oft Erstaunen und Erschrecken bei den Betroffenen aus. Dies ist verständlich und vollkommen nachvollziehbar!

Eine negative Einstellung gegenüber Medikamenten „an sich“, von anderen über diese Medikamente gehört zu haben, dass sie „die Persönlichkeit verändern“ oder „abhängig“ machen, und nicht zuletzt der Glaube, dass diese bei einsetzendem Wohlbefinden „ja nicht mehr nötig sind“, stellen nur einige der Gründe für die Ablehnung der Medikation dar. Auch hier gilt: Sprechen Sie Ihre Befürchtungen offen an!

Oftmals lassen sich durch richtige Informationen viele Ängste beseitigen. Die Entwicklung eines Krankheitskonzeptes ist hierfür wichtig. Vielen Betroffenen fällt es jedoch schwer zu akzeptieren, dass sie eine psychische Erkrankung haben. Plötzlich soll man zu den „Verrückten“ gehören, das Weltbild und Selbstbild ist ins Wanken geraten. Wurde bei Ihnen eine Bipolare Störung diagnostiziert, so erkundigen Sie sich über diese Erkrankung, fragen Sie Ihren Therapeuten oder „alte Hasen“ aus Selbsthilfegruppen, die sehr viel Erfahrung mit der Erkrankung und dem Umgang mit dieser haben.

Es gibt einige Betroffene, die ihre Medikamente gar nicht oder nur sehr unregelmäßig einnehmen. Dabei gibt es Gründe, weshalb Betroffene ihre Medikamente einnehmen sollten oder müssen. Hier einige Beispiele:

  • Zwei Krankheitsepisoden im Rahmen einer Bipolaren Störung sind leider nicht die Regel, neun von zehn Betroffenen haben vier oder mehr (durchschnittlich acht) Episoden.
  • Im Laufe der Erkrankung kann die Episodenfrequenz steigen, d. h., dass die krankheitsfreien Intervalle immer kürzer werden und die Krankheitsphasen häufiger, jedoch auch ausgeprägter sein können. Das Gehirn wird sozusagen im Laufe der Jahre mit jeder Krankheitsepisode empfindlicher und verletzbarer, die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer erneuten Episode steigt hiermit an.
  • Dies soll nicht heißen, dass jede Episode unweigerlich eine erneute Episode bedingt und diese um jeden Preis verhindert werden muss. Es sollte jedoch zumindest in Hinblick auf eine gute Lebensqualität versucht werden, diese mit medikamentösen und psychotherapeutischen Mitteln in ihrem Ausprägungsgrad und in ihrer Frequenz zu mindern oder siezu begleiten, sollte sie wieder auftreten.
  • Eine richtig eingenommene Medikation kann wesentlich zu einer besseren Lebensqualität beitragen, die Erkrankung kann ihren Schrecken verlieren und kontrollierbarer werden. Medikamente bieten zwar keinen hundertprozentigen Schutz vor dem Wiederauftreten einer Episode, können die Wahrscheinlichkeit jedoch deutlich reduzieren. Viele Menschen mit einer Bipolaren Erkrankung leben ein Leben wie jeder andere auch, müssen jedoch verstärkt auf sich achten.
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