Therapie von Bipolaren Störungen

Welche Medikamente sind für mich die richtigen?

Von verschiedenen Expertengruppen wurden Richtlinien zur medikamentösen Behandlung von Menschen mit einer Bipolaren Störungen zusammengefasst. Diese Richtlinien betrachten die verschiedenen Situationen, in denen sich Menschen mit einer Bipolaren Störungen befinden können. Es ist gut, sich über solche Richtlinien zu informieren, entscheidend ist aber Ihre individuelle Situation und das Gespräch mit Ihrem behandelnden Arzt, der dann das für Sie am besten passende Medikament bzw. die für Sie passende Medikamentenkombination sucht.

Empfehlungen bei akuter Manie oder gemischter Episode

Hoher Schweregrad

  • Kombinationstherapie aus Stimmungsstabilisierer (Lithium oder Valproat) plus atypischem Antipsychotikum (z. B. Olanzapin, Quetiapin, Risperidon) oder plus typischem Antipsychotikum (Haloperidol)
  • Zumeist Kombination mit Benzodiazepinen notwendig

Niedriger Schweregrad

  • Lithium oder Valproat allein
  • Atypisches Antipsychotikum mit phasenprophylaktischen Eigenschaften allein
  • Ggf. Kombination aus Stimmungsstabilisierer und atypischem Antipsychotikum
  • Ggf. in Kombination mit Benzodiazepinen

Empfehlungen bei akuter depressiver Episode

Allgemein

  • Lithium oder Valproat oder Lamotrigen plus, einem Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI)
  • SSRI nur in Kombination mit einem Stimmungsstabilisierer und erst nach Einstellung auf einen Stimmungsstabilisierer
  • Ggf. zusätzlich niedrig dosierte Komedikation mit atypischem Antipsychotikum
  • Ggf. in Kombination mit Benzodiazepinen

Mit psychotischen Symptomen

  • Zusätzlich ein atypisches Antipsychotikum
  • Ggf. in Kombination mit Benzodiazepinen

Empfehlungen bei Rezidivprophylaxe

Zunächst Monotherapie

    Indikation je nach vorherrschenden Typ:
  • Bipolar I: Lithium erste Wahl, wenn v. a. manische Episoden, dann typisches Antipsychotikum erste Wahl, wenn vorwiegend depressive Episoden, dann Lamotrigen erste Wahl
  • Bipolar II: Lithium erste Wahl, Carbamazepin zweite Wahl, Lamotrigen dritte Wahl

Wenn Monotherapie nicht ausreicht

  • Zusätzlich ein SSRI (Vorsicht bei Antidepressiva wegen Manieprovokation!)
  • Zusätzlich ein atypisches Antipsychotikum
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