Therapie von Bipolaren Störungen

Therapieziele in den einzelnen Phasen

Die Behandlung der Bipolaren Störung ist – je nachdem, in welcher Phase der Erkrankung der Betroffene sich befindet – unterschiedlichen Zielen unterworfen. Folgende drei Therapiephasen werden unterschieden:

  1. Akuttherapie (ca. zwei bis acht Wochen),
  2. Erhaltungstherapie (ca. sechs bis zwölf Monate)
  3. Rückfallprophylaxe (über Jahre).

Die Akuttherapie umfasst eine medikamentöse und psychotherapeutische Behandlung und unterscheidet zwischen der akuten Bipolaren Manie und der akuten Bipolaren Depression. Während der akuten Manie muss für eine möglichst stressarme Umgebung gesorgt und schnellstmöglich der Schlaf-Wach-Rhythmus wiederhergestellt werden. In der manischen, hypomanischen oder gemischten Krankheitsepisode ist ein weiteres Ziel, die Einsicht in die Erkrankung wiederherzustellen. Oft kann es notwendig sein, mehrere Medikamente einzunehmen. Dies ist teilweise zu Beginn einer Phase notwendig, wenn z. B. psychomotorische Erregung, Schlafstörungen, Suizidalität etc. im Vordergrund stehen. Neben der medikamentösen Behandlung sollten psychoedukative und andere Interventionen (Psychoedukation für Angehörige, Familiengespräche etc.) angewendet werden. Bei der akuten bipolaren Depression können auch andere biologische Behandlungen zur Anwendung kommen (z. B. Elektrokrampftherapie oder Schlafentzugstherapie). Die Akuttherapie wird so lange fortgesetzt, bis sich die akuten Symptome deutlich gebessert haben.

Bei der sich an die Akuttherapie anschließenden Erhaltungstherapie geht es darum, den noch etwas instabilen Zustand des Betroffenen so weit zu stabilisieren, dass es nicht zu einem direkten Rückfall kommt. Ziel ist es, diesen stabilen Zustand für mindestens sechs bis zwölf Monate zu erreichen. Die dazu angewandten Maßnahmen sind eine aufeinander abgestimmte Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Behandlung.

Die Rückfallprophylaxe hat das Ziel, eine erneute Phase der Erkrankung zu verhindern und den psychischen Zustand des Betroffenen weiter zu stabilisieren. Sie beginnt, sobald sich die Stimmungslage des Betroffenen wieder normalisiert und stabilisiert hat. Abhängig u. a. von der Phasenanzahl und der Schwere der einzelnen Episoden wird empfohlen, die medikamentöse Rückfallprophylaxe über einen Zeitraum von zwei bis fünf Jahren fortzuführen. Manche Betroffenen müssen lebenslang Medikamente einnehmen. Die möglicherweise schockierende Empfehlung einer langfristigen medikamentösen Behandlung sollte ausführlich diskutiert werden. Die Rezidivprophylaxe ist eine kombinierte psychotherapeutische und medikamentöse Behandlung.

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