Therapie von Psychosen

Welche Psychotherapien gibt es?

Antipsychotika werden zumeist in Kombination mit verschiedenen psychologischen und/oder sozialen Therapien angewendet. Diese Therapien werden als „psychosoziale“ Therapien zusammengefasst. Im Folgenden erhalten Sie einen kurzen Überblick über die Therapien, die für Menschen mit Psychose geeignet sind. Dazu können Sie ausführlichere Beschreibungen herunterladen.

Psychosoziale Therapien

Psychologische Einzel- oder Gruppentherapien

  • Psychoedukation
    Die Psychoedukation kann als Einzel- oder Gruppentherapie durchgeführt werden. Sie dient den Betroffenen und Familien als umfassende Aufklärung über die Erkrankung und die Therapiemöglichkeiten. Dem Betroffenen selbst kann sie darüber hinaus ein hilfreiches Krankheitskonzept vermitteln, kann seine Einsicht in die Erkrankung verbessern, die Bereitschaft notwendige Medikamente einzunehmen fördern und allgemein eine gesunde Lebensweise stärken.Download
  • Kognitive Verhaltenstherapie (VT)
    Dabei handelt es sich um eine kurze und intensive Therapie, die das Ziel hat, krankhafte Denk- und Verhaltensmuster zu verändern. Sie dient bei Menschen mit Psychose der Reduzierung von Wahnvorstellungen und der Verbesserung depressiver Symptome, aber auch der Behandlung zusätzlicher „komorbider“ psychischer Störungen wie z. B. Angsterkrankungen.Download
  • Psychoanalyse
    Die Psychoanalyse dient dazu, Ihre schwierigsten und schmerzhaftesten Emotionen und Erfahrungen zu ergründen. Sie zielt darauf ab, Ihnen zu mehr Selbstständigkeit zu verhelfen und Sie zu rationalen und fundierten Lebensentscheidungen zu befähigen. Bei Menschen mit Psychose kann diese Psychotherapieform helfen, spezielle Probleme wie Angst, Depression, Stress, Beziehungsprobleme etc. zu bewältigen.Download
  • Suchttherapie
    Suchttherapien sind für Menschen mit Psychose und Suchtproblematik außerordentlich wichtig, da ohne Suchtabstinenz eine Heilung der Psychose kaum oder gar nicht möglich ist. Suchttherapien werden integriert angeboten, d. h. gleichzeitig und abgestimmt mit den anderen Therapien der Psychose. Die Suchttherapie dient der Stärkung der Abstinenzmotivation und damit der Förderung der Abstinenz. Neben spezifischen suchttherapeutischen Interventionen können aber auch Psychoedukation, kognitive Verhaltenstherapie, Familieninterventionen oder Selbsthilfegruppen suchttherapeutisch wirksam sein.
     

Andere Therapien

  • Familientherapie
    Die Familientherapie dient dazu, Konflikte in Ihrer Familie abzubauen und damit Stress zu reduzieren, Ihre Familie über die Erkrankung und die damit zusammenhängenden Verhaltensweisen gut zu informieren, bei Problemen beratend zur Seite zu stehen oder Techniken zur Bewältigung von Krisensituationen zu vermitteln. Familieninterventionen, bestenfalls so früh wie möglich und regelmäßig, helfen Rückfälle zu verzögern oder sogar zu vermeiden.Download
  • Ergotherapie
    Die Ergotherapie setzt sich aus Beschäftigungstherapie (BT) und Arbeitstherapie (AT) zusammen. Therapieziele sind die Behandlung psychopathologischer Symptome, die den Verlust von Handlungskompetenzen nach sich ziehen, die Erhöhung der Kompetenz für die Bewältigung von Alltagsaufgaben und sinnvoller Freizeitgestaltung sowie die Erhaltung oder Wiederherstellung von Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für eine Berufstätigkeit relevant sind. Bei der Arbeitstherapie geht es im Gegensatz zur Ergotherapie um das konkrete Arbeiten als Vorbereitung für den Beginn oder den Wiedereinstieg in das Arbeitsleben.Download
  • Soziotherapie
    Gerade bei Psychose-Betroffenen ist eine wichtige Komponente des psychiatrischen Managements die Erreichung des Zugangs zum Versorgungssystem einschließlich einer Ressourcenkoordination im psychiatrisch-psychotherapeutischen und allgemein medizinischen und rehabilitativen Bereich. Dies ist die Aufgabe der Soziotherapie. Download

Arten psychosozialer Therapien

  • Soziales Kompetenztraining (SKT)
    „Soziale Kompetenz“ bezeichnet die Handlungsmöglichkeiten eines jeden Menschen, „soziale Fertigkeiten“ in konkrete Verhaltensweisen umzusetzen. Beim SKT geht es um das Überprüfen eigener Verhaltensweisen, das Erlernen von Verhaltensalternativen, die den zwischenmenschlichen Kontakt verbessern und die Sicherheit im Umgang mit anderen Menschen erhöhen. Dies ist für Menschen mit Psychose besonders wichtig, da viele unter sozialen und/oder zwischenmenschlichen Ängsten leiden.Download
  • Metakognitives Training (MKT)
    Metakognition kann sinngemäß als das „Denken über das Denken“ übersetzt werden. Im Rahmen von acht Trainingseinheiten (Modulen) werden den Teilnehmern kognitive Probleme oder einseitige Problemlösestile in unterhaltsamer Form vor Augen geführt, die einzeln oder in der Gesamtheit die Entwicklung von problematischen Überzeugungen bis hin zum Wahn begünstigen.Download
  • Kunsttherapie
    Die Kunsttherapie ist eine nonverbale Therapie, die bei den natürlichen Fähigkeiten des Menschen zur Selbstregulation und Selbstheilung ansetzt. Mit den verschiedenen künstlerischen Materialien wird der Ausdruck von „inneren Bildern“, Gefühlen, Bedürfnissen, Vorstellungen und Erfahrungen ermöglicht.Download
  • Tanztherapie
    Die Tanztherapie nutzt das künstlerische Medium Tanz und dessen Grundlage, die Bewegung, um die psycho-physische Integration des Einzelnen zu fördern. Ziel der Therapie ist es, den Kontakt zu sich selbst und zu anderen Menschen zu verbessern, wobei Musik und andere Medien unterstützend eingesetzt werden.
  •  
     
  • CogPack
    CogPack ist ein kognitives Trainingsprogramm mit 64 Tests und Übungen, mit mehreren Varianten zu verschiedenen kognitiven Domänen sowie sprachlichen, intellektuellen und berufsnahen Fähigkeiten sowie Sachwissen.Download
Zum Seitenanfang