Therapie von Psychosen

Wie wichtig ist es, die Medikamente regelmäßig einzunehmen?

bildDas antipsychotische Medikament soll Ihr Befinden nicht nur bessern, sondern Ihr Wohlbefinden auch aufrechterhalten. Das bedeutet, dass Sie das Medikament auch dann noch einnehmen müssen, wenn Sie beginnen, sich besser zu fühlen.

Es gibt einige Psychoseerkrankte, die ihre Medikamente gar nicht oder nur sehr unregelmäßig einnehmen. Dbei gibt es zwingende Gründe, weshalb Betroffene ihre Medikamente regelmäßig einnehmen sollten oder müssen. Hier einige Beispiele:

  • Ohne eine medikamentöse Therapie ist eine dauerhafte Verbesserung der Symptome und eine Heilung der Erkrankung für die meisten Betroffenen nicht möglich.
  • Ohne eine medikamentöse Therapie können viele Betroffene nicht mehr dauerhaft selbstständig leben, d. h. nicht mehr arbeiten und nicht mehr allein wohnen.
  • Bei Absetzen oder Reduktion der Medikamente besteht ein fünffach erhöhtes Risiko für eine erneute psychotische Phase. Bei dieser erneuten Phase brauchen die meisten Betroffenen deutlich höhere Antipsychotikadosen, sie brauchen deutlich länger, um sich wieder zu stabilisieren, und bei etwa 20-30% der Betroffenen bleiben die psychotischen Symptome danach dauerhaft bestehen.
  • Psychose-Betroffene, die ihre Medikamente nicht einnehmen, haben darüber hinaus ein erhöhtes Suizidversuchs- und Suizidrisiko und ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung chronischer Krankheitsverläufe mit all den damit zusammenhängenden Konsequenzen.

Richtig ist aber auch, dass Betroffene häufig gute Gründe haben, ihre Medikamente nicht einzunehmen. Hier einige Beispiele:

  • Negative Einstellung gegenüber Medikamenten
  • Keine Krankheitseinsicht oder -akzeptanz durch den Betroffenen
  • Nicht tolerierbare Nebenwirkungen
  • Nicht ausreichende Wirkung
  • Kompliziertes Einnahmeschema

Für alle diese Fälle gibt es Lösungen! Es ist möglich, mit der Krankheit leben zu lernen, auch wenn es zu Beginn schwer fällt. Der Arzt muss mit Ihnen über Wirkung und Nebenwirkungen des Antipsychotikums sprechen und die Therapie nach Ihren Bedürfnissen und Wünschen ändern. Grundvoraussetzung ist, dass Sie umfassend informiert und dadurch befähigt werden, entscheidend an der Gestaltung der für Sie optimalen Therapie mitzuwirken.

Zum Seitenanfang