Psychosen und Bipolare Störungen früh erkennen

Was ist eigentlich eine Psychose oder eine Bipolare Störung?

Bevor Sie auf den folgenden Seiten über die Früherkennung von Psychosen oder Bipolaren Störungen informiert werden, möchten wir Ihnen erklären, was Psychosen oder Bipolaren Störungen eigentlich sind und welche typischen Symptome bei diesen Erkrankungen vorkommen (siehe auch Kap. Verständnis).

1. Psychosen

Psychosen können abhängig vom Lebenskontext des Betroffenen sehr verschiedene Formen annehmen. Gemeinsamer Nenner ist, dass die Realität verändert wahrgenommen und verarbeitet wird. Was in großer Bedrängnis ein Schutzmechanismus sein kann, kann eine Eigendynamik entfalten und dann selbst zum Problem werden: Psychotische Symptome sind z. B. akustische oder optische Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder Veränderung des Denkens. Betroffene hören z. B. Stimmen, fühlen sich unrealistisch bedroht, verfolgt oder kontrolliert, stellen unrealistische Zusammenhänge zwischen Erlebnissen und ihrer Person her, denken, dass sie die Gedanken anderer Menschen „lesen“ können, oder berichten, dass ihre Gedanken nicht mehr so strukturiert und geordnet sind, wie sie es von sich kennen. Häufig erscheint auch ihr Verhalten verändert, sie sind nicht mehr so leistungsfähig wie früher und ziehen sich von Freunden und Familie zurück.

2. Bipolare Störungen

bildAlle Menschen kennen Stimmungsschwankungen. Es gibt Tage, an denen man sich in niedergedrückter Stimmung befindet, an denen alles anstrengend erscheint und das Selbstbewusstsein „angeknackst“ ist. In Zeiten, in denen man z. B. verliebt ist, fühlt man sich dagegen beschwingt und euphorisch, alles geht einem in unbeschwerter und heiterer Stimmung leicht von der Hand.

Bei der bipolaren oder auch manisch-depressiven Erkrankung gehen diese Stimmungsschwankungen weit über das normale Maß hinaus und sind unabhängig von den Lebensumständen. Die Stimmungsschwankungen reichen von schwer depressiv bis schwer manisch mit allen dazwischenliegenden Ausprägungen. Symptome der Manie sind z. B. ein intensives Hochgefühl und Selbstbewusstsein, eine deutlich gesteigerte Leistungsfähigkeit, ein vermindertes Schlafbedürfnis bis hin zur Schlaflosigkeit, Distanzlosigkeit oder Rededrang im Umgang mit anderen Menschen. Symptome der Depression sind dagegen ein gesteigertes Gefühl der Traurigkeit, Antriebslosigkeit, Interesselosigkeit an Dingen, die normalerweise Freude machen, Neigung zum ständigen Grübeln, pessimistische Zukunftsgedanken, Durchschlafstörungen, frühmorgendliches Erwachen oder ein gesteigertes Schlafbedürfnis.

Die Betroffenen fühlen sich ihren Stimmungsschwankungen ausgeliefert und empfinden diese vor allem in der Anfangsphase der Erkrankung als nur schwer zu beeinflussen. Die wiederholt auftretenden manisch-depressiven Phasen führen oft zu beträchtlichem Leid, sowohl bei den Betroffenen selbst, als auch bei den Menschen in ihrer Umgebung.

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