Wichtiges für Angehörige

Wie erleben Eltern und Partner psychotische Phasen?

Eine Psychose ist für mich (wie)...

  • „eine beschlagene Scheibe. Man erreicht sich nicht in der Wahrnehmung – weder akustisch noch optisch.”
  • „ein Vulkan oder finsterer Kerker. Die Bilder der Psyche geraten in einen Sog, sie verwirren Denken und Handeln – oder sie bleiben eingesperrt und starr.”
  • „das, womit die Normalen – die Gesellschaft – nicht umgehen kann, was ihnen Angst macht, weil es ihre Lebensweise und ihre Ziele in Frage stellt oder sie als falsch erklärt/beweist. Die Psychose ist etwas, was mir Angst macht, weil ich sie nicht verstehe, aber auch, weil sie mir die Welt verdreht – mir die Wahrheit in die Fresse schmeißt.”
  • „Isolation; Realitätsferne; Ängste; Bedrücktsein; Verwirrtheit; nicht ansprechbar bzw. ohne Reaktion sein,sich bis zur Aggression steigernd.”
  • „schweben zwischen Hoffnung, Enttäuschung, Resignation. Ungläubiges Entsetzen (das kann doch nicht wahr sein, meine Tochter). Aufbieten aller Kräfte, um helfen zu wollen. Weich geklopft sein vom ewigen Auf und Ab.”
  • „Selbstzerstörung, man tut sich was an und kennt die Grenzen nicht. Das Fass der unerledigten Geschäfte schwappt über.”
  • „Bedrohung durch sich selbst, die leicht auf andere projiziert wird. Psychose ist Leiden. Psychose ist auch eine Form von Selbstregulierung, in dem Sinne, dass sie die Funktion hat, aufzuzeigen, es ist etwas nicht in Ordnung. Der Selbstwert ist gleich Null.”
  • „Fremdheit, Unverständnis, Angst, Hilflosigkeit. Ohnmacht - mir steht eine andere Person gegenüber.”
  • „wenn in einem Körper zwei Personen stecken. Sie leben zeitweilig nebeneinander, zeitweilig aber auch »alleine«. Die Flucht eines »Ich« in eine andere Welt, die das »Ich« abtrennt, schützt, bewahrt, dem Einfluss anderer entzieht und Eigenwelt ermöglicht.”
  • „Etwa so zu erleben wir unseren Sohn: Ich bin Jesus: Ich muss die Welt erlösen. Ich bin der Teufel: Ich füge den anderen Böses zu. Alle beobachten mich und kontrollieren mich, sie lachen und sprechen über mich. Alle foltern mich und wollen mich umbringen. Ihr seid alle Terroristen. Ich bin völlig allein.”

(Quelle: T. Bock, StimmenReich, Balance – Buch und Medien Verlag)

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